Schweiz gegen Kolumbien, WM-Achtelfinal 2026. Ein Spiel, über das in zehn Jahren niemand mehr reden wird, auch schon in einem Monat nicht. 0:0, entschieden im Penalty-Schiessen (so heisst das bei uns, „Elfmeterschiessen“ sagen die Deutschen). Eigentlich nichts, was hängen bleibt.

Ausser bei mir. Denn ich bin keine grosse Fussball-Fangattung – ich schaue nur mal rein, wenn eines der Länder spielt, die mir nahestehen: Slowenien, Schweiz, Deutschland. Und weil das Spiel selbst so wenig hergab, hatte ich umso mehr Musse, mich auf etwas anderes zu konzentrieren: auf die Männer und ihre Stürze.

Kopfsprung ohne Wasser

Daran fehlte es nicht. Gestossen vom Gegenspieler, aufgelaufen auf den Gegenspieler, oder einfach hingeworfen wie zu einem Kopfsprung – nur ohne Wasser, in letzter Millisekunde, um den Ball vielleicht doch noch zu erwischen. Immer endete es auf dem Boden, abgerollt über die Schultern. Manchmal ein Jammerschrei und eine Schmerzgrimasse, aber meistens war es wie bei kleinen Kindern: nach einer Minute und etwas Draufpusten war wieder alles gut.

Und dann, mitten im Elend dieses 0:0, habe ich zu meinem Mann gesagt: Weisst du was, die machen bestimmt Yoga im Training.

Ich meinte das nicht als Witz. Um sich so abzurollen, um die Sehnen und die Faszie (das Bindegewebe, das deine Muskeln wie ein Netz umhüllt und zusammenhält) in alle Richtungen ziehen und drehen zu können, braucht es mehr als Kraft- und Ausdauertraining. Und dann kommt noch das Foulen und sich Befreien dazu, das auch gekonnt sein will. Habt ihr mal darauf geachtet, wie diese Männer nach hinten greifen und den Gegner hinter sich mit den Armen umfassen? Dafür braucht es lockere Schultern und einen weit geöffneten Brustkorb. Das fällt nicht vom Himmel.

Zuschauen reicht nicht

Hier liegt aber auch der Unterschied zwischen den beiden Welten, in denen ich an jenem Abend unterwegs war. Fussball vermag Menschenmassen zu mobilisieren. Da reicht passives Zusehen, um dabei zu sein, mitzufiebern, am nächsten Tag mitreden zu können. Bei Yoga ist das anders. Zuschauen bringt dir nichts. Nur wenn du selbst aufstehst und mitmachst, kannst du erfahren, wie gut die Praxis deinem Körper und deinem Wohlbefinden tut – und was für ein Investment das in deine eigene Zukunft ist.

Also habe ich am nächsten Morgen genau das gemacht. Nicht zugeschaut. Mitgemacht – beziehungsweise Mobilitätsübungen in die Yogaklassen, die ich leite, eingebaut.

Was wir am Morgen danach geübt haben

Wir üben ja nicht für Fussball, sondern fürs Leben. Trotzdem habe ich das Körperbewusstsein, das das Spiel am Vorabend wieder einmal zur Geltung gebracht hat, gleich in die Hormon-Yoga-Klasse eingebaut.

Begonnen haben wir mit der Spinal Wave, für die Mobilität der Wirbelsäule – gerade auch jener Abschnitte, die man im Alltag kaum bewegt. Man kommt in die Hocke und richtet sich dann langsam auf, Wirbel für Wirbel, bis ins Stehen. Danach die gleiche Bewegung rückwärts, vom Stehen in die Hocke. Man versucht jeden Wirbel einzeln zu spüren. Ein paar Mal auf und ab.

Dann ein sanfter Hüftöffner, aus dem Vierfüsslerstand: Das rechte Bein schiebt nach vorne, das Becken sinkt, die linke Hand stützt am Boden, die rechte drückt das rechte Knie leicht nach aussen. Man spürt nach, was sich gut anfühlt. Begleitet haben wir das mit der Bhastrika-Atmung, die die Eierstöcke aktiviert – für alle, die ihren Hormonhaushalt ins Gleichgewicht bringen wollen, eine der wichtigsten Übungen überhaupt.

Dazu kamen noch Schulterübungen, eine Drehung der Wirbelsäule, Seitbeugen, Halsübungen für die Schilddrüse und Umkehrhaltungen für die Hypophyse, unsere kleine Hormondrüse im Gehirn, die praktisch alle anderen Drüsen im Körper dirigiert.

Eine Vorbereitung fürs Leben, nicht fürs Tor

Ob du jung bist und noch eine Familie aufbauen willst, ob du in den Wechseljahren steckst und die ersten Anzeichen von Steifheit spürst, oder ob du älter bist und dich vor Stürzen fürchtest: Immer ist es wichtig, dass du deinen Körper mit Mobilität versorgst. Dass Sehnen und Faszien anspannen und sich wieder lösen können. Dass du deine Körperglieder bewusst führst – damit sie dich später unbewusst schützen, weil sie die möglichen Positionen schon kennen.

Kein Fussballer denkt im Moment des Sturzes darüber nach, wie er landet. Der Körper weiss es einfach, weil er es geübt hat. Genau das ist auch das Versprechen von Hormon-Yoga: nicht, dass du nie stürzt oder nie ins Wanken gerätst – sondern dass dein Körper vorbereitet ist, wenn es passiert. Ob beim Fussball. Oder beim Leben.

Wie geht’s weiter?

Das nächste Achtelfinale kommt bestimmt, und ich werde wieder mehr auf die Stürze schauen als aufs Resultat. Aber bis dahin: Steh auf, roll die Schultern, öffne den Brustkorb – und komm mit auf die Matte. Live, drei Mal die Woche, 30 Minuten, um 7.35 Uhr. Alles Weitere zu meinem Programm findest du hier: Hormon-Yoga-Programm für Frauen in den Wechseljahren.